Das BLK-Modellvorhaben "Wissenschaftliche Weiterbildung"
Mit dem Modellvorhaben "Wissenschaftliche Weiterbildung" fördert die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung 15 Projekte zur Entwicklung neuer Strukturen in der Wissenschaftlichen Weiterbildung.
Drei Forderungen bestimmen die Ausrichtung des Modellvorhabens bzw. der Einzelprojekte:
1) Weiterbildung soll als dritte Aufgabe neben Erstausbildung (Studium) und Forschung in das Angebotsspektrum der Hochschulen aufgenommen werden. So können die Hochschulen ihrem Bildungsauftrag auf zeitgemäße Weise nachkommen und gleichzeitig ihr Profil schärfen. Wichtiger Aspekt ist hier das lebenslange Lernen.
2) In der Lehreraus- und Weiterbildung herrscht besonderer Reformbedarf. Beispielsweise in Bereichen wie Schul- und Unterrichtsentwicklung werden an die Lehrer neue Anforderungen gestellt. Insbesondere die fachliche und pädagogische Professionalität von Lehrern soll ausgebaut werden. Dabei sollen vor allem Bereiche berücksichtigt werden, die die staatliche Lehrerfortbildung nicht abdeckt.
3) Die Chancengleichheit von Frauen und Männern soll gestärkt werden. Erreicht werden soll dies vor allem durch die gezielte Förderung von Frauen zur Übernahme von Führungspositionen.
Neben diesen Grundüberlegungen - als Leitideen des Modellvorhabens - gibt es eine zwingende (Förderungs-) Voraussetzung für die einzelnen Projekte: Sie müssen als Verbundprojekte realisiert werden, also jeweils unter Beteiligung mehrerer Hochschulen - auch Bundesländer-übergreifend. Durch die Kooperation und die Bildung von Verbundstrukturen zwischen Hochschulen sollen Angebote effizienter vermittelt und Ressourcen gemeinsam bzw. arbeitsteilig genutzt und eingesetzt werden. Neben dem ökonomischen Nutzen ist dabei die Stärkung der Hochschulen gegenüber der wachsenden Konkurrenz durch private Bildungsanbieter beabsichtigt.
Die einzelnen Projekte sollen insbesondere Strukturen für konkrete Weiterbildungsangebote schaffen. Dabei sollen vor allem Kriterien für Modularisierung, Zertifizierung, Akkreditierung und die Vergabe von "Credit Points" entwickelt werden. Die Vorgehensweise in den 15 Projekten ist dabei sehr unterschiedlich. Sie reicht von der modellhaften Entwicklung und Erprobung konkreter Lerneinheiten und Curricula über die Entwicklung von (institutionellen) Reformen in der Organisation der Lehrerbildung bis zur Einrichtung zentraler Weiterbildungsdatenbanken.
Das Modellvorhaben ist vom 1. Oktober 2003 bis zum 31. Dezember 2006 befristet. Die einzelnen Projektergebnisse sind so angelegt, dass sie "verstetigt" werden können, also von längerfristigem Nutzen sind. Dabei können die modellhaft durchgeführten Maßnahmen entweder einfach ergänzt und erweitert werden (durch Aufnahme neuer Verbundpartner, Erweiterung von Weiterbildungsdatenbanken etc.) - oder die Ergebnisse werden abstrahiert und in "Maßnahmenkatalogen" für neue Nutzer anwendbar gemacht. Involviert in die Hochschulkooperationen der einzelnen Projekte sind entweder einzelne Lehrstühle, Institute und Fachbereiche oder fächerübergreifende Weiterbildungszentren der Hochschulen.
